Vermeintliche Profitipps in PC-Zeitschriften

Aktuelle Computer "Fach"-Zeitschriften gehen wieder einmal mit schlechtem Beispiel voran und verbreiten offensichtlich ungeprüfte Tipps als vermeintliches "Profiwissen".

Diesmal ist es die Tipps und Tricks Rubrik der PC Professional in der aktuellen Ausgabe 10/05, Seite 141, Tipp 4: "Den Arbeitsspeicher per Doppelklick leeren". Wie sinnlos und kontraproduktiv das ist, habe ich bereits im Artikel über die Tuning Mythen, Teil II RAM Tuning Punkt 11 besprochen. Als wenn das noch nicht genug wäre, kommt auf Seite 144 als Tipp 12: "DSL Bremse von Windows XP Professional lösen" die wiedergekäute Behauptung, dass der QoS Dienst von XP per Default 20% Bandbreite reservieren würde und deswegen XP Pro Nutzer nur mit 80% der möglichen Geschwindigkeit surfen könnten. Dass diese Behauptung purer Unsinn ist, darauf weist MS schon seit Jahren in einem Knowledgebase Artikel hin: Erweiterungen und Verhalten von QoS in Windows XP Zitat: Richtigstellung einiger falscher Behauptungen zur QoS-Unterstützung unter Windows XP In diversen Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und Newsgroups wurde die Behauptung aufgestellt, dass Windows XP immer 20 Prozent der verfügbaren Bandbreite für QoS reserviert. Dies ist nicht der Fall.

Das PC-Magazin ist da in Ausgabe 10/05 aber auch keinen Deut besser. Auf Seite 30/31 wird in der Rubrik "Technischer Support" ebenfalls behauptet, dass der QoS Dienst für Hänger bei VoIP Nutzung verantwortlich wäre. Wie oben bereits gesagt, ist das schlicht Humbug. Aber es geht noch besser weiter: Im Artikel "Sicher verschlüsseln" wird in der Textbox auf Seite 121 mal eben pauschal festgestellt, dass die EFS Verschlüsslung von W2K und XP Pro durch das Tool AEFSDR von Elcomsoft geknackt worden wäre und deswegen empfohlen, auf Drittanbietersoftware auszuweichen. Dass diese Aussage wohl reinem Wunschdenken des Redakteurs entspringt, wird jeder verzweifelte Anwender bestätigen können, der seine verschlüsselten Daten nach einer Neuinstallation von Windows abschreiben durfte, weil er die für die Entschlüsselung notwendigen Zertifikate nicht vorher gesichert hatte. Es hätte den Autor 60 Sekunden gekostet, das Readme zu der Software auf der HP von Elcomsoft einzusehen, wie ich das bereits im März in einem Forenbeitrag getan habe, in dem die hohen Hürden für eine erfolgreiche Entschlüsselung genannt werden. Aber es scheint einfacher zu sein, FUD zu verbreiten.

Weiter geht es im munteren Reigen mit den "Profitipps" auf Seite 136. In Tipp 3 ist zu lesen, dass die XP Firewall nur ein Notprogramm wäre, da sie "keinen Schutz von innen" bietet. Dass dies prinzipbedingt kein lokal installierter Paketfilter zu leisten imstande ist, scheint dem Autor entgangen zu sein. Ihm sei die Lektüre und das Video dieses Seminars des Chaos Computer Clubs Ulm empfohlen.

Die absolute Krönung findet sich dann auf seite 167, wieder einmal in den sogenannten "Profitipps". Der Tipp 7 firmiert unter der Überschrift "Windows XP: Reaktivierung ohne Microsoft" und wärmt das uralte Märchen von der wpa.dbl wieder auf, die man vor einer Neuinstallation nur sichern müsste, um sich dann durch das kopieren auf das neu installierte System die Aktivierung zu ersparen. In diesem kurzen Beitrag findet sich aber noch mehr Unsinn wie die Behauptung, das MS nach einer erfolgreichen Aktivierung weitere Aktivierungen über das Internet für zwei Monate sperren würde oder auch, dass eine gelegentliche Neuinstallation die Performance verbessern würde.

Und das sind nur die offensichtlichsten Fehler, die ich beim ersten Überfliegen dieser beiden Zeitschriften gefunden habe. Ich kann und will jetzt keine Rückschlüsse auf die generelle Qualität der Zeitschriften ziehen, aber ich finde es zumindest erschreckend, wie viel Unsinn immer und immer wieder offensichtlich völlig ungeprüft weiterverbreitet wird.

(Vermeintliche) Profitipps in PC-Zeitschriften...

Tja, irgendwie sind die Hoch-Zeiten der Zeitschriften mit solchen mehr oder weniger brauchbaren Tipps zur Arbeitsunterstützung wohl vorbei ;-).
So bis 2004/2005 herum habe ich mir immermal ganz gerne von "Welt bis Chip" einzelne Zeitschriften gekauft - manchmal wegen einigen Software-Bonbons, aber auch einigen erweiterten Tipps aus unterschiedlichsten Bereichen.
(Aber mir kommt es nun mittlerweile so vor, dass viele der Programmierer von einschlägigen Tuning- u. Konfigurationssoftware wohl ganze Serien "abgeschrieben und eingescripted" haben...)

Was den "QoS" betrifft - soweit wie ich die Sache verstehe - wurde eingeführt, um bei einem Internetzugang gleich welcher Bandbreite wenigstens minimal sicherzustellen, dass im Hintergrund Microsoft einen mit wichtigen Updates versorgen kann, ohne das der Internetnutzer bei seinem Tun im Internet großartig aufgehalten wird... (20% sind aber übertrieben. Eigentlich war der Ur-Gedanke, dass bei einer theoretischen 100%-Belegung des Internetzugangs nur vom User selbst, nicht mehr viel übrig bleibt für den gutgemeinten Microsoft-Service, garnicht so verkehrt.)

Die Sache mit der Aktivierung (und angeblicher Verweigerung, wenn man zu kurzzeitig hintereinander aus welchen Gründen auch immer eine Aktualisierung vornehmen muss): die "wpa.dbl" ist tatsächlich die Datei, die bei der Aktivierung die Hauptrolle spielt. Was aber nicht geschrieben wird ist, dass während der Aktivierung auch eine ".bak"-Datei angelegt wird, und in der Registry wird die Aktivierung unter "LastWPAEventLogged" ebendfalls erfasst.
Während der Laufzeit nach einer erfolgreichen Windows-Aktualisierung ändert sich aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen eine bestimmte "Hex-Zeile"/Datum in der wpa.dbl.
"LicenseInfo" und "OOBETimer" sind gleichfalls dynamisch.
Ein Zurückspielen der wpa wurde praktisch mit XP ServicePacks unbrauchbar gemacht. (Tatsächlich klang aber das Märchen so plausibel, dass es irgendwie fast jeder auch enttäuscht ausprobiert hat...)
Ist halt nur eine Spekulation: ich kann mir gut vorstellen, dass wenn man innerhalb von Tagen mehrmals sein System zur Aktivierung anmeldet und dabei immer die gleiche Bezeichnung, Computer-Namensvergabe ect. angibt, dass dann Microsoft stutzig wird und der Meinung ist: "Wieso nun schon wieder Aktivierung, die war doch gerade erst..."

Gegen eine gelegentliche Windows-Neuinstallation will ich selbst kein negatives Urteil einwenden - manchmal macht man in seiner Computer-Laufbahn von Anfang an Fehler, die nicht so offensichtlich sind, aber sich dann ungeheuer störend bemerkbar machen. Den angesammelten Schrott in einem Rutsch loszuwerden (und nebenher noch Dinge, die keine Sau braucht, aber wie Gizmos überall ungefragt angehen) kann nicht schaden. Außerdem lernt man so mit der Zeit sein System kennen, und kann schon vieles von vorneherein ausknocken oder ausbremsen, noch ehe es Schaden anrichtet.

Ansonsten sind die meisten "Profi-Tipps" eher auf optische Änderungen und Anpassungen ausgelegt und in fast allen Tunern nahezu 1:1 enthalten. Manchmal haperts dann allerdings in der Umsetzung - falsche DB-Einträge und in der Registry passiert bestenfalls nix.

Aber sind wir alle mal ehrlich: wenn etwas reißerisch aufgemacht ist, guckt man eher hin (verkauft sich auch gleich viel besser), als eine ellenlange Berichterstattung in einem Fließtext ohne Unterbrechungen/Bilder und 10pt-Schrift gehalten... :-)

Windows Aktivierung

Microsoft sperrt tatsächlich die Akivierung unter bestimmten Umständen:
Ich habe Vista Ultimate 32Bit am 27.12.2007 installiert und aktiviert. Nach Installation von Vista SP1 RC1 und anschließenden Bluescreens habe ich formatiert und Vista am 17.01.2008 neu installiert und aktiviert. Durch einen Fehler meinerseits waren allerdings die Laufwerksbuchstaden C: und D: vertauscht (Vista auf der ersten Partition aber unter Laufwerksbuchstaben D: installiert).
Desshalb habe ich das behoben und Vista am 18.01.2008 erneut installiert und wollte es aktivieren, was aber verweigert wurde mit dem Hinweis, dass mein Key bereits verwendet würde...
Über die telefonische Aktivierung gings dann aber doch noch...

Windows Aktivierung

Hallo~
Also bei mir(und auch anderen Bekannten) war das mit XP schon immer so, dass ich erst telefonisch wieder aktivieren musste. Einzellizenz halt Q_Q
MfG