Ich bin jetzt bestimmt ganz reich!

Nach dieser Mail bin ich jetzt reich. Die Welt gehört mir!

——————————————

Lieber Geehrte Kunde,

Telegrafische Überweisung HINWEIS.

Wir werden hiermit offiziell notify über Sie Ihren Fonds telegrafische Übertragung durch unsere Bank, FBN Bank (UK) Ltd Vereinigtes Königreich, auf Ihr Bankkonto, die von der Verwaltung der Weltbank Swiss (WBS) offiziell genehmigt wurde die Summe von US gutzuschreiben $ 5.500,000.00M Dollar auf Ihr Bankkonto.

Beachten Sie, dass ich die Bearbeitung Ihrer Zahlung und alles, was in Bezug auf die sofortige Überweisung deines Vermögens begonnen haben, werden aus der Zeit, innerhalb kürzester Zeit durchgeführt werden wir Ihre Below benötigten Informationen erhalten. Auch darüber informiert, dass der Gouverneur von FBN Bank (UK) Ltd auf Ihrer Zahlung Beratung und eine Kopie der Rat unterzeichnen wird bei der Weltbank in der Schweiz für einige Aufzeichnungszwecke gesendet werden.

Inzwischen Ihre Information und Ihre vollständigen Kontaktdaten wurden von unserem Research Manager erhalten. Barrister Sarah Collins wird in Ihrem Namen handeln, um eine keine Wohnräumungs Formular zur sofortigen Veröffentlichung Ihres Fonds zu erhalten. Dieser Fonds war Teil des verstorbenen Präsidenten Saddam Hussein im Irak Entdeckung Fonds mit der Weltbank in der Schweiz eingegangen ist, die die Schweizer Bank hat beschlossen, es zu verteilen großzügig wenigen glücklichen Menschen, und die Europäische Union ist im Einvernehmen mit der Swiss Bank zu helfen, zu verteilen der Fonds zu 700 hunderttausend Menschen in Amerika, Europa und Asien und Afrika in anderen zu helfen, ihre Unternehmen zu verbessern.

Daher bestätigen die die folgenden Informationen genau, weil dieses Amt nicht leisten können, haftet für falsche Übertragung von Mitteln gehalten werden oder Haftung eines Fonds in ein unbekanntes Konto gutgeschrieben.
Das einzige, was von Ihnen verlangt ist, die Nichtwohnräumungs Form zu erhalten, um uns per Überweisung oder durch einen unserer entsprechenden Banken und senden Sie Ihre Konto direkt Kopien Geldtransfer Freigabedokumente an Ihnen und Ihrem Banker der zur Bestätigung gutzuschreiben ermöglichen.

Sollten Sie unsere Richtlinien, Ihre Fonds folgen werden gutgeschrieben und auf Ihrem Bankkonto beziehen sich innerhalb von fünf (5) Bankarbeitstagen ab dem Tag dieses Nichtwohnräumungs Form zu erhalten.

Für weitere Informationen und Unterstützung auf dieser Remittance Mitteilung, Bitte leiten Sie Ihre VOLLSTÄNDIGER NAME: FULL CONTACT-ADRESSE: Telefon- und Faxnummer: Direkt zu meinen E-Mail:

Dein, Hon Dr.James Mcpherson Leiter International Banking Division. FBN Bank (UK) Ltd.

Das Netz vergisst nicht

Früher habe ich ja mal ein bisschen über Windows Betriebssysyteme, überflüssige Software und sinnlose Tuningtipps geschrieben.  Früher…als XP auf den Markt kam und mit der Zeit zum meistgenutzen Betriebssystem wurde. Die Beliebtheit der Site und der Inhalte wuchs  mit dem Erfolg von XP. Aber schon mit dem Erscheinen von Vista haben sich meine Prioritäten verlagert und damit hatte ich auch die Pflege der Inhalte mehr oder minder eingestellt.

Jetzt, nachdem ich mich wieder ein wenig mehr drum kümmere, sehe ich auch ab und an in die Zugriffslogs. Was ich da sehe, macht mich ein wenig traurig; erschreckt mich aber auch. Die meisten Zugriffe kommen von Usern, die ein inzwischen völlig überflüssiges Tool zur Registryoptimierung herunterladen wollen, das ich mal freundlicherweise hostete. Ein Tool, das zu Zeiten von Windows NT und 2000 eine Daseinsberechtigung hatte, da damals die Größe der Registry noch zu einem Problem werden konnte.  Schon bei XP war der Einsatz eher überflüssig bis kontraindiziert. Und doch, über 15 Jahre später, wird immer noch nach diesem Tool gesucht. Oft gesucht.

Auf meine Artikel zu XP-Antispy oder zu den Tuningtipps verweisen wohl noch diverse Forenbeiträge, die immer noch regelmäßig aufgerufen werden. Artikel, die ich vor 10 Jahren zu einem inzwischen obsoleten Betriebssystem geschrieben habe.  Gibt es da draußen immer noch so viele XP Benutzer? Ein nicht mehr unterstütztes Betriebsystem, das nicht mehr mit Sicherupdates versorgt wird?  Und warum wollen sich die hartnäckigen Benutzer unter diesen Umständen über sinnlose Tuningtipps oder XP Antispy informieren?

 

Erwachsen sein

Nachdem ich heute wieder einmal „Erwachsene“ in freier Wildbahn beobachtet habe, kam ich ein wenig ins Grübeln. Ich dachte mal, ich wäre einer von diesen Typen mit dem Peter-Pan-Syndrom, die sich weigern, erwachsen zu werden und dass ich, alleine schon um dem Klischee als verschrobener Computerfuzzi zu entsprechen, ein Kindskopf mit einem verschrobenen Humorverständnis sein muss.

Als ich um die 20 war, kamen mir Menschen um die vierzig oder gar fünfzig ja extrem konventionell, alternativ auch gerne „spießig“  vor. Ernsthaft, verantwortungsvoll, gesetzt, im Auftreten und in der Sprache meist gewählt. Also so, wie ich nie sein wollte.

Dummerweise scheine ich aber mit diesem Wunsch, „nie so zu sein“ wirklich nicht alleine gewesen zu sein. Niemals hätten sich Menschen in meinem heutigen Alter vor dreißig in der Öffentlichkeit so dargestellt wie sie es heute tun.  Vielleicht mal in ihrer Freizeit nach dem Genuss von ausreichend Lösungsmitteln (vulgo Alkohol), aber niemals im beruflichen oder öffentlichen Umfeld.

Mittags durch die Stadt laufen, sich in sozialen Netzwwerken umschauen oder auch nur einmal Bürogespräche zu belauschen kann… verstörend sein. Es wird mehr nacktes Fleisch als im Swingerclub gezeigt, man bekommt ungefragt erzählt, wie „untervögelt“ man ist oder welche sexuellen Fantasien man ausleben möchte, es wird hemmungslos über andere hergezogen und sich generell benommen, als wäre man gerade mitten in der Pubertät und müsste sich vor seiner jeweiligen Clique beweisen. All das wohlgemerkt in der Öffentlichkeit.

Da frage ich mich schon für mich, ob ich so sein möchte. Gegen welche Konvention ich eigentlich noch verstoßen kann, wenn es keine Konventionen mehr zu geben scheint. Auch frage ich mich, gegen was Jugendliche dann rebellieren sollen, womit sie sich von den Erwachsenen abheben können.

Muss ich jetzt einer von den stocksteifen Erwachsenen aus meiner Kindheit werden, um noch anders sein zu können?  Ist das der Punk dieser Zeit?

Hallo, ich bin Misty

Wieder einmal finde ich in meiner Inbox eine Mail, die ich mir anscheinend selber geschrieben habe.

Von: XXXX@derfisch.de
An: XXXX@derfisch.de

Ich scheine doch ein Fall von voeinander unabhängigen Persönlichkeiten zu sein, denn in diesem Fall heisse ich ich Misty und möchte mir selber einen Heimarbeitsjob anbieten, für den ich mir dann 3 bis 6.000 $ von wem auch immer bezahlen lasse.
———————-
We are looking for employees working remotely.

My name is Misty, I am the personnel manager of a large International company.
Most of the work you can do from home, that is, at a distance.
Salary is $3000-$6000.

If you are interested in this offer, please visit Our Site

Best regards!
———————-

Gibt es denn tatsächlich Menschen auf der großen weiten Welt, die darauf hereinfallen? Ehrlich?

Computerfreak.. möchte ich nicht sein

Seit vielleicht viel zu vielen Jahren beschäftige ich mich mit Computern. Es begann in den frühen 1980igern und führte nach dem Umweg einer Ausbildung zum Bankkaufmann 1992 zum „professionellen“ Arbeiten mit Computern, Software und Netzwerken in der Funktion als Systemadministrator.

In der ganzen Zeit wurden und werden meine Kollegen und ich immer wieder als „Computerfreak“ oder kurz „Freak“ bezeichnet. Häufig im Zusammenhang mit Anwenderfehlern: „Ich bin halt nicht so ein Computerfreak wie du“.

Laut Wikipedia wird der Begriff Freak heute „wohlwollend anerkennend verwendet“. Es tut mir leid, aber ich empfinde das beim besten Willen nicht so. Auch und ganz besonders nicht in einer Zeit, wo jeder von uns in seiner Hosentasche mehr Computer und Rechnerleistung mit sich herumträgt als jemals zuvor und diese ganz selbstverständlich nutzt. Keiner von uns ist ein „Freak“, weil er sich mit etwas aus Interesse oder auch nur zum Geldverdienen beschäftigt. Ich empfinde die Bezeichnung immer noch in ihrem ursprünglichen Sinne als abwertend und ich möchte einfach nicht so bezeichnet werden.

Ich werde das erst akzeptieren, wenn dieselben Leute bei der Polizeikontrolle nach Geschwindigkeitskontrolle zum Polizisten sagen: „Tut mir leid, ich bin nicht so ein Sicherheitsfreak wie du“. Oder den Versicherungsvertreter als „Policenfreak“ ansprechen.  Oder Anwälte und Richter als „Rechtsfreaks“ titulieren.

Intelligente Stromzähler/Smartmeter

Ab 2020 sollen „intelligente“ Stromzähler, sogenannte Smartmeter in flächendecked installiert werden. Das sieht zumindest der aktuelle Gesetzesentwurf zur „Digitalisierung der Energiewende“ vor.

Davon abgesehen, dass der Entwurf haarsträubende Mängel hat und bestenfalls an das übliche Herumstümpern der Regierung bei nahezu allen Themen der Digitalisierung erinnert, habe ich nicht einmal was gegen Smartmeter zu Stromzählung. Die Idee dahinter ist nämlich grundsätzlich keine Schlechte.

2011 startete mein lokaler Energieversorger einen neuen Tarif mit Smartmeter, der Tag- und zeitabhängig unterschiedliche Strompreise bot und der aktuelle Verbrauch in 15 Minuten Intervallen an den Versorger übermittelt wurde. Die Daten konnten per Webseite oder mit einer iPhone App abgerufen werden. Gab einfache Grafiken, Vorhersagen, Historie des Stromverbrauchs, alles hübsch übersichtlich. Die Idee fand ich super, weil ich auch die jährlichen Ablesetermine mit den dann meist folgenden Nachzahlungen einfach gehasst habe.Also habe ich mich so schnell wie möglich dafür angemeldet.

Hat geklappt, Zähler wurde ausgetauscht, zum Glück ist er nur im Tiefpaterre eingebaut, denn sonst hätte die Datenübermittlung per angeschlossenem Mobiltelefon und SMS wohl nicht funktioniert. Und auch gut, dass ich in einem Haus mit nur drei Mietparteien wohne, wie so etwas in einem Hochhaus aussehen würde, mag ich mir nicht vorstellen.

So habe ich ab 2011 jeden Monat genau das bezahlt, was ich auch verbraucht habe. Keine Nachzahlung, keine Überzahlung, keine Überraschung am Jahresende. Ich habe gesehen, was passiert, wenn zuhause meine drei Server und die ganzen Terraienbeleuchtungen im Dauerbetrieb liefen. Ich hatte die Möglichkeit, Geräte mit hohem Stromverbrauch wie Waschmaschine/Trockner/Geschirrspüler in der güstigeren Nachttarifen laufen zu lassen. Ich habe nur mit diesen Infos schon meine Rechnung von einer Vorauszahlung von monatlich 120 €  auf unter 90 € reduzieren können. In Urlaubszeit entsprechend weniger.  Für mich hatte dieser Tarif tatsächlich nur Vorteile.

Schade nur, dass er zum Ende 2015 eingestellt wurde. Das Smartmeter bleibt zwar installiert, nutzt mir nur nichts, weil ich ohne einen gewissen Bastelaufwand nicht mehr an die Daten rankomme. Auch habe ich keine Zeiten mit günstigeren Strompreisen mehr. Und, Überraschung, ich habe wieder die verfluchten festen Vorauszahlungen. Gibt es eine Alternative für mich? Nein. Ich habe hier tatsächlich keinen Anbieter gefunden, der mir einen Tarif mit monatsgenauer Abrechung und Smartmeter anbieten will/kann.

Ich bin mir auch der Nachteile von echten Smartmetern durchaus bewusst. Die Datensammlung, die damit möglich ist. Das Missbrauchspotential davon. Obwohl das in den Zeiten, wo jeder seine Daten dank Payback und Co. sowieso ohne Bedenken den Firmen vor die Füsse wirft, vielleicht weniger eine Rolle spielt. Die Anfälligkeit, falls die Dinger tatsächlich remote gesteurt werden können. Ein Fehler bei der Implementantion und eine ganze Stadt ist schwarz. Die Freude, wenn Einbrecher an die Daten kommen und an den Profilen erkennen, wann bestimmt niemand zuhause ist. Auch wenn ich glaube, dass man all das in den Griff bekommen könnte. Der Umwelt und dem Geldbeutel täten echte Smartmeter mit vernünftigen Tarifen jedenfalls gut. Ich hätte gerne wieder eines.

Personalisierter Scam per SMS

Vor kurzem erreichte mich folgende SMS:

scam

Tja. Anrede passt. Ort passt. Also kann man ja mal nett antworten oder gar zurückrufen und nachfragen, wer denn den den „lieber Micha“ da überhaupt treffen will.
Aber was ist mit der Telefonnummer? Die kenne ich schlicht und einfach nicht und sie wird meines Wissens nach in der Form auch nicht von deutschen Telefonprovidern vergeben. Aus den USA  kenne ich auch niemanden, der mich so anschreiben würde.

Also lassen wir das mal schön mit dem Rückruf, denn  ich habe keine Lust auf eine horrende Telefonrechung, weil ich irgendwelche Abzocknummern angerufen habe. Aber ich muss gestehen: Der Versuch ist gut gemacht. Woher die „bad Guys“ meine Daten haben? Ich weiss es es nicht. Eventuell aus dem LinkedIn Hack?

 

Bin ich wieder da?

Nach vielen Jahren wieder ein neuer Anlauf zum (Neu-) Start von DerFisch.de. Lange Zeit habe ich die Seite liegen lassen, habe sie ignoriert, habe einfach keine Lust und Energie dafür gehabt. Auch wusste ich überhaupt nicht, was ich schreiben soll.

Mein Thema früher war Windows, mein Leben als Admin damit, die Unterstützung für die Anwender und die Auseinandersetzung mit den ewig wiederholten blödsinnigen Tuning- und Sicherheitstipps. Doch irgendwann war ich dessen müde. Die Welt hat sich weitergedreht, ich habe mich verändert, die Interessen und auch die Aufgaben, sowohl privat als auch beruflich, haben sich geändert.

Also liess ich die Seite sterben. Es war ein Tod auf Raten. Immer wieder habe ich versucht, die Zeit und die Lust zu finden, mich ihr wieder zu widmen. Vergebens. Jetzt ist viel Zeit vergangen, die alten Leser und Weggefährten haben resigniert und die Seite aufgegeben. Das ist auch gut so. Es gibt zu diesen Themen besseres Sites, die Informationsanforderungen, die Möglichkeiten haben sich geändert. Und die Technik, die Werkzeuge, die heute eine Rolle spielen, sind andere.

Also habe ich aufgeräumt. Habe alles, was sich hier früher dazu hier fand, entsorgt. Es blieben drei Artikel übrig, die ungefähr das widerspiegeln, was DerFisch.de heute sein kann. Eine Seite, auf der ich ab und an notiere, was mich bewegt, worüber ich mir Gedanken mache, was vielleicht mehr als nur ein paar dünne Worte in den sozialen Medien verdient. Die Inhalte werden subjektiv sein, ich bemühe mich hier nicht um „Ausgewogenheit“, um political Correctness oder dass ich anderen nicht auf die Füsse trete. es wird keine regelmäßigen Updates geben. Ich schreibe, wann ich Lust habe, wenn ich etwas zu sagen habe, und ich schweige, wenn ich nichts sagen möchte.

Hier schreibe ich. Wen es interessiert, der darf bleiben, darf kommentieren, darf mit mir diskutieren. Soll das sogar. Ich möchte Feedback, egal, welcher Art. Was ich nicht will, ist Hass. Wer kommentiert, akzeptiert, dass ICH hier das Hausrecht habe und ausübe.  Kommentare, die ich unangemessen finde, die Hass transportieren, die andere diskriminieren, lösche ich. Da lohnt auch keine Diskussion mit mir.  Auch Werbung werde ich hier nicht dulden.

Dies ist gesagt, nun freue mich ich mich auf die Zukunft. Wie immer sie auch sein wird.

 

Google Reader wird eingestellt

Es gibt so Tage, da sollte man erst gar nicht an den Rechner gehen. Noch bevor ich meine tägliche Tour durch die aktuellen News beginnen kann, begrüßt mich der Google Reader mit der Meldung, dass dieser Dienst demnächst “aufgrund gesunkener Nutzerzahlen” eingestellt wird.

Na Klasse. Seit Jahren nutze ich diesen Dienst nun schon, um mir einen schnellen Überblick über meine favorisierten Nachrichtenquellen (Heise, Spiegel, EFB, Xing und diverse andere) zu verschaffen. Dank Addons in Firefox wie Adblock, Noscript und GoogleReader Plus klappt das schnell, nahezu werbefrei und ohne viel Herumgeklicke. Insbesondere die Möglichkeit, die Artikel inline im Volltext zu sehen, anstatt nur den Anrisstext, wie ihn beispielsweise Heise und Spiegel Online zur Verfügung stellen, vereinfachte die Nutzung für mich enorm. Keine Notwendigkeit, neue Tabs zu öffnen oder ständig den Backbutton zu benutzen, alles schön auf einer Seite.

Dazu noch die diversen Clients für die mobilen Plattformen. Reeder auf IOS, gReader auf Android, beide erlauben eine ähnliche Bedienung, das Lesen der Artikel im Volltext, ohne die App zu verlassen. Auf Wunsch werden die Artikel auch noch auf den reinen Text reduziert, was mobil Bandbreite spart und die Konzentration auf den Inhalt erlaubt. Zusätzlich gibt es noch bei Android ein Widget, dass die neuesten Schlagzeilen zentral anzeigt. Nicht zu vergessen die Synchronisierung, was auf dem einen Gerät gelesen wurde, taucht auf den anderen nicht mehr auf, was einmal getaggt wurde, ist überall verfügbar.

Über die Jahre habe ich mir diverse Alternativen angesehen, gefunden habe ich bislang keine. Heute habe ich sogar Geld ausgegeben und mir Fever installiert. Sieht halbwegs brauchbar aus, schlank, schnell, aber inline View? Fehlanzeige. Brauchbare Clients auf Mobilgeräten? Nicht vorhanden. Meltdown ist auf Android nicht so dolle, der Volltext wird in einem seperaten Browserfenster angezeigt. Ausserdem ist da nichts mit einfachem Wischen, um durch die Artikelliste zu navigieren, da müssen Schaltflächen getroffen werden. Widget gibt es auch keines. Aber schnell ist er.

Ist Feedly eine Alternative? Nicht für mich, denn trotz der umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten und der durchaus gelunegen Oberfläche fehlt mir auch hier ein funktionierender inline View. Die Apps sehen zwar klasse aus und sind auch auf den Mobilgeräten sehr gut angepasst, aber trotzdem muss ich, wenn ich mehr als den Anrisstext lesen will, in den Browser wechseln.

Vielleicht werden ja noch ein paar der diversen Apps für Mobilgeräte angepasst, dass sie zusammen mit Feedly oder Fever benutzt werden können. Reeder für IOS soll ja immerhin schon mit Feedly zusammenarbeiten. Vielleicht muss ich mich ja doch nicht völlig umgewöhnen. Ja, ich hänge an RSS, meine News aus “sozialen Netzwerken” über andere Aggregatoren zu beziehen, funktioniert nicht für mich. Ganz davon abgesehen, dass ich mich dann in die nächste Abhängigkeit von einem Anbieter begebe.

Aber was kommt als nächstes? Was stellt Google nächstes Jahr ein? Google Mail? Android? Chrome? Das bislang verfügbare, stabile und bewährte Active Sync wurde ja schon abgeschaltet. Adblocker wurden heute aus dem Playstore verbannt. Warum? Weil Google es kann. Technisch gibt es keinen Grund dafür. Andere Konzerne sind da sicherlich auch nicht besser, Microsoft und Apple sind auch nicht gerade leuchtende Vorbilder für die langandauernde Verfügbarkeit von (kostenlosen) Diensten oder die Offenheit ihrer Plattformen.

Wirklich bedenklich sind solche Entwicklungen dann, wenn man sich den Trend zum Cloud Computing ansieht. Die Google eigenen Android Geräte aus der Nexus Serie haben vergleichsweise wenig Speicher,der auch nicht mit SD Karten erweitert werden kann. Warum auch, Google möchte ja, dass alle Daten in der Cloud, vorzugsweise auf Googles Servern, abgelegt werden. Genau dafür ist ja auch das Chromebook entwickelt und designt. Microsoft macht ähnliches mit seinen Surface Tablets und Apple lässt sich schon immer jedes Kilobyte an Speicher fürstlich entlohnen.

Warum sollte man seine Daten auch nicht in der Cloud ablegen? Kostet ja (derzeit) fast nichts. Musik und Bücher schön bei Amazon oder Apple lagern, seine gesamte Korrspondenz, seine Kalender und Emails bei Google Docs und Gmail oder Outlook.com, seien Leben bei Facebook dokumentieren. But there is no such thing as free lunch. Was passiert, wenn die Dienste dann doch abgeschaltet werden, weil sie nicht mehr rentabel sind. Oder plötzlich echtes Geld kosten, weil man sich alleine mit Werbung eben doch nicht auf Dauer dumm und dämlich verdienen kann? Wenn ich alles in der Clound habe und mangels Hardware gar nicht mehr die Möglichkeit habe, meine Daten, meine Musik, meine Ebooks lokal zu sichern/zu nutzen? Was?

Von grossen Klappen und dicken Lippen

Freunde haben es mir ja schon immer gesagt: “Irgendwann fängst du dir eine dicke Lippe, wenn du deine Klappe nicht halten kannst”. Tja, was soll ich sagen: Sie hatten Recht:-) Wie das passiert ist? Ich fuhr heute Morgen wie immer müde mit der U-Bahn zur Arbeit. Eine Station vor meinem Ziel Aufruhr auf dem Bahnsteig, Sicherheitspersonal läuft zusammen, jemand brüllt durch die Gegend. Normale Szenen eines Großstadttages.

Die vollbesetzte Bahn fährt wieder an. Durch den Wagen stricht plötzlich eine relativ abgerissene Gestalt, zwischen 27 und 32 Jahren, 1,75, osteuropäische Herkunft, Alkoholfahne verbreitend und rempelt/pöbelt Fahrgäste an. Besonders gerne weibliche Fahrgäste. An einer der Türen sehe ich eine meiner Arbeitskolleginnen. Er nähert sich ihr, wirft sich an sie ran, will sie befummeln. Sie nimmt Reißaus, dummerweise in meine Richtung. Tja, und da konnte ich einfach nicht mehr sitzen bleiben und habe mich dem Typen in den Weg gestellt. Leider als einziger.

Anfangs blieb es ja bei Worten. OK, er hat mir die Brille von der Nase geschlagen, als ich ihn unter Einsatz meiner nicht unbeträchtlichen Körpermasse zurückdrängte. Macht ja nichts, ein netter Zeitgenosse half mir zwar nicht, aber hob immerhin die Brille auf und gab sie mir wieder. Dann öffneten sich die Türen der Bahn in der Station. In dem Moment hing unser “Freund” wie eine Klette an mir, zog mich hinaus und wir torkelten gegen die Wand auf dem Bahnsteig. Dann fing er an, zuzuschlagen, Das ließ sich ja noch recht gut abwehren, als er allerdings mit Kopfstössen anfing, wurde es doch etwas unangenehm. Faszinierend waren auch die Menschenmassen, die sich eilig an uns vorbeidrängten.

Nachdem ich etwa 5 Mal recht laut und eindringlich rief “Könnte mir eventuell mal jemand helfen”, fanden sich dann doch etwa 6 bis 10 Leute, die stehen blieben und uns trennten. Erstaunlicherweise waren die ersten, die sich trauten, ausnahmslos Frauen. Ich kann also sagen, Frankfurter helfen auch, wenn man zusammengeschlagen wird …irgendwann jedenfalls.

Naja, inzwischen läuft halt Anzeige gegen Unbekannt, weil der unbekannte Schläger sich schnellstens verkrümelte, ich habe eine aufgeplatzte dicke Lippe und ein wenig Kopfweh. Und das Gefühl, trotzdem das Richtige getan zu haben. Und ich weiss jetzt, dass ich nicht alleine bin. Es helfen auch andere. Nicht gleich, nicht sofort, aber wenn man blutet und um Hilfe ruft, geht das schon.